wie du erfolgreich in deinen ersten Job startest

13 Jahre Schulbank gedrückt, 3 Jahre Ausbildung oder Studium. Alles für den perfekten Job. Der Traum von finanzieller Unabhängigkeit, beruflichem Erfolg und Sicherheit. 

Du hast bereits viel Arbeit auf dem Weg zum Gipfel investiert und viele Etappen passiert. Jetzt bist du an deiner nächsten großen Etappe angelangt: Deine erste Festanstellung. Puh, Glückwunsch, du hast es bis hierhin geschafft! Sei stolz auf dich. 

Jetzt möchtest du alles dafür tun und erfolgreich am Gipfel ankommen? Alle Hindernisse auf deiner Wanderung flink zu überwinden? Du möchtest ausgezeichnet sein in dem was du tust?

Keine Sorge, dafür musst nicht in der Bibliothek alle Bücherregale nach wichtigen Informationen durchforsten.

Beginne zu gehen, bevor du läufst

Klingt logisch oder? 

In diesem Artikel bekommst du alle wichtigen Informationen, um einen guten Start in deinem ersten Job hinzulegen. Du lernst, wie du deinen ersten Tag im Büro meisterst. Meine Liste mit den wichtigsten Dos und Dont’s lässt dich von Beginn an selbstsicher wirken. Als Bonus erhältst du meinen persönliche Geheimzutat für eine exzellente Zusammenarbeit.

Der erste Tag im neuen Job

6 Uhr, der Wecker klingelt, du wachst auf , kannst die Aufregung schon spüren. Es ist Montag, der erste Montag in deinem neuen Job. Um die Aufregung etwas zu mindern gehst du im Kopf nochmal durch was dich heute erwarten könnte. In der Regel nimmt sich an deinem ersten Tag jemand Zeit für dich, um dir deinen Arbeitsplatz und das Bürogebäude zu zeigen. Wo ist die Kaffeeküche, wo sind die Toiletten, wo wirst du sitzen? 

Danach steht der Besuch bei der Office IT an. Hier erhältst du alles was du zum Arbeiten benötigst. Einen Laptop, ein Headset, vielleicht ein Firmenhandy.

Jetzt steht das große Kennenlernen an. Du lernst deine Teamkollegen kennen und bekommt erste Meetings mit. Mittags steht ein gemeinsames Mittagessen mit den Teamkollegen oder deinem Vorgesetzten an.

Don’t worry – sei hier einfach ganz offen und schließe dich einer Gruppe an. Wenn du eigentlich der Typ “Vorkochen und Essen mitbringen” bist, solltest du in den ersten Tagen das Essen Zuhause lassen und deine Kollegen zum gemeinsamen Lunch begleiten. So findest du schneller Anschluss.

Bleib relaxed!

Am ersten Tag wird nicht von dir erwartet, dass du die Welt rettest. Also versteife dich nicht darauf alles richtig machen zu wollen. Stell alle Fragen, die du hast. Zögere nicht, weil dich der Gedanke nicht loslässt, dass es eine „dumme“ Frage sein könnte. Es gibt keine dummen Fragen, es gibt nur dumme Antworten. Sauge alle Informationen auf, mach dir Notizen.

Neben den fachlichen Informationen solltest du auch die soften Infos aufsaugen. Wie ist die Unternehmenskultur wirklich? Wie gehen die Menschen miteinander um? Wie werden Meetings gehalten ? Gibt es Regeln im Großraumbüro? Was ziehen deine Kollegen an?

Das sind alles Dinge die du im Vorstellungsgespräch nur ansatzweise erfassen kannst. Du hast darauf vertraut, dass das Unternehmen wirklich so ist, wie dein zukünftiger Chef und die HR Managerin es dir erzählt haben. Doch auch diese Erzählungen beinhalten immer eine subjektive Sicht. Mache dir also unbedingt ein eigenes Bild. Das kann dir später helfen dich schneller im Unternehmen zurecht zu finden.

Ganz egal was am ersten Tag passiert: Bleib relaxed! Die Erwartungshaltungen an dich werden in den ersten Tagen nicht all zu groß sein, so dass du genügend Zeit hast um anzukommen und dich in deinem neuen Job zurechtzufinden.

Liste mit Dos und Dont’s im Büro

Offen mit Anstand

Geh offen auf Menschen zu und begrüße sie höflich: Wer in einem Raum hineinkommt grüßt. Du solltest darauf achten keine kumpelhafte Begrüße wie „Hi“ oder „Moin“ zu benutzen. Zeige, dass du weißt was höfliche Umgangsformen sind und begrüße deine Kollegen mit einem freundlichen „Guten Tag“, „Guten Mittag“ oder „Hallo“. Hier ist es auch entscheidend, wie im Unternehmen generell kommuniziert wird. Startest du in einem sehr offenen, jungen Unternehmen ist ein „Hallo“ ausreichend. Arbeitest du in einem sehr förmlichen Unternehmen solltest du lieber auf „Guten Tag“ zurückgreifen. Ganz wichtig: wirst du gegrüßt, grüße immer zurück. Tust du das nicht, könnten sich deine Kollegen vor den Kopf gestoßen fühlen.

Du oder lieber doch Sie? Entweder ist dieses Thema im Unternehmen ein besonders heikles Thema oder es spielt überhaupt keine Rolle. Die Grundregel dabei lautet: Wenn du nicht weißt ob das Du gewünscht ist, bleibe beim Sie. Wenn du im Unternehmen neu anfängst, kannst du schnell herausfinden, ob es eine generelle Du oder Sie Regel gibt. Falls es keine einheitliche Regel hierzu gibt, solltest du solange beim Sie bleiben bis dir das Du von deinem Gegenüber angeboten wird. Natürlich kannst auch du derjenige sein der das Du anbietet. Allerdings solltest du hierbei darauf achten, dass der Hierarchie Höhere derjenige ist, der das Angebot macht. Deine Chef das Du anzubieten wäre also ein weniger gute Idee. Keine Sorge, wenn er das möchte, wird er es auch anbieten.

Machen Kleider Leute?

Kleider machen Leute – auch im Büro. Während es in einigen Büros eine Kleiderordnung gibt, wird der Kleiderstil in anderen Büros sehr offen gehalten. Wenn es keine Kleiderordnung gibt, solltest du am ersten Tag lieber zu förmlich also zu leger gekleidet sein. Auch hier heißt es wieder Augen offenhalten. Schau dir an, was deine Kollegen tragen. Dann kannst du deinen Kleidungsstil nach und nach immer besser an die Unternehmensgeflogenheiten anpassen. Selbstverständlich sollst du keinen Hoodie tragen , nur weil alle anderen es tun, wenn du dich darin unwohl fühlst. Ein bisschen zu förmlich schadet hier nie, ein bisschen zu leger kann jedoch schnell negative Auswirkungen haben. Betrachte dich Morgens im Spiegel und Frage dich bewusst „ sehe ich so aus, wie ich wahrgenommen werden möchte?

Grundregeln

Privatsphäre beachten. Gerade in Zeiten von Großraumbüros ist es wichtig, dass du die Privatsphäre deiner Kollegen achtest. Wenn ein Kollege telefoniert, solltest du nicht jedes Wort mithören. Wenn du etwas von deinem Kollegen willst, schleiche dich nicht von hinten heran, sondern Frage ihn höflich, ob er gerade Zeit für deine Frage hat.

Störe die anderen nicht. Kommuniziere im Großraumbüro nicht über die Köpfe von anderen hinweg. Willst du etwas von deinem Kollegen, der in der anderen Ecke des Büros sitzt? Steh auf und geh rüber. Das schont die Nerven der anderen und du hast etwas Bewegung. Schalte dein privates Handy unbedingt auf lautlos. Auch wenn Privathandys in vielen Büros geduldet werden, solltest du darauf achten, dass deine Kollegen nicht durch das Klingeln oder das ständige Vibrieren gestört werden.

Pünktlichkeit ist das A und O. Wie oft ich diesen Satz schon gehört habe. Es steckt so viel Wahrheit in dieser Redewendung. Wenn du ein Meeting hast, achte darauf pünktlich zu sein. Das zeigt deinem Gegenüber, dass dir sein Thema wichtig ist und du ihn wertschätzt.

Was du noch beachten solltest

Everybody’s Darling: Man kann nicht jedermanns Liebling sein. Eine neutrale Grundhaltung, eine aufgeschlossene Art, Akzeptanz und Toleranz können dir aber dabei helfen ein gutes Miteinandere mit deinen Kollegen zu finden.

Never get your honey where you make your money. Als ich diesen Satz das erste Mal gehört habe musste ich wirklich schmunzeln. Ein sehr zutreffendes Statement. Beziehungen, Flirts und Liebeleien führen im Job oft zu Komplikationen. Wenn du hier auf der sicheren Seite sein möchtest, verlagere dein Liebesleben auf dein Privatleben.

Trau dich Fragen zu stellen. Wer nicht fragt ist Dumm. Wer kennt diesen Spruch noch aus der Sesamstraße ? Gerade am Anfang eines neuen Jobs solltest du jede Menge Fragen stellen, um schnell selbstständig arbeiten zu können. Hierbei solltest du auch kein Scham Gefühl haben. Deine Kollegen haben auch alle klein angefangen.

Hochmut kommt vor dem Fall: Selbstbewusstsein im Job ist gesund und wichtig. Wenn du jedoch zu sehr von dir selbst überzeugt bist läufst du Gefahr bei deinen Kollegen nicht gut anzukommen.

Wertschätzung als Schlüssel für deinen beruflichen Erfolg

Wenn mir zu Beginn meines ersten Jobs jemand gesagt hätte, dass Wertschätzung das wichtigste sein wird, was ich für eine eindrucksvolle Karriere brauche, hätte ich damit nicht besonders viel Anfangen können. Wertschätzung? Na klar, Wertschätzung ist immer wichtig, aber was ist mit fachlicher Expertise?

Wenn ich heute auf die letzten Jahre meiner Karriere zurückblicke, bin ich sicher das all meine fachlichen Kenntnisse mir nichts gebracht hätten, wenn ich nicht in der Lage gewesen wäre wertschätzend mit meinen Kollegen, aber auch mit Agenturen und Partnern umzugehen.

Im Job geht es immer darum, gut mit anderen zusammenzuarbeiten. Was bringt mir ein Zahnrad aus einem besonders wertvollen Material, wenn es nicht in die anderen Zahnräder greift? Das Uhrwerk würde stillstehen.

Doch was bedeutet die Wertschätzung über die ich spreche im Berufsalltag überhaupt? Ich spreche vor allem über Ehrlichkeit, Aufgeschlossenheit und Akzeptanz.

Mit EAA zum Erfolg

Ehrlichkeit: Wo gehobelt wird, da fallen auch Spähne. So kommt es auch von Zeit zu Zeit vor das Fehler passieren. Das wichtigste an dieser Stelle ist, dass du offen mit deinen Fehlern umgehst. Zeigst, dass du Fehler analysierst, um aus ihnen zu lernen. Eine Lüge führt dazu, dass das Vertrauensverhältnis zerrüttet ist. Nicht selten führen Vertrauensverluste zu Kündigungen in der Probezeit.

Aufgeschlossenheit: Sei offen für die Ideen deiner Mitmenschen. Du bist sicher das beste Vorgehen für ein Projekt bereits zu kennen? Das ist toll – aber bedenke, dass es nicht schadet sich die Meinung Anderer anzuhören. Mir ist es schon häufig passiert, dass ein anderer Blickwinkel mir neue Möglichkeiten eröffnet hat und meinem Projekt damit den Brilliantschliff verliehen hat.

Akzeptanz: Lerne die Meinung und die Herangehensweise Anderer zu akzeptieren. Nicht jeder Mensch ist gleich. Sowohl was das Arbeiten an sich angeht, als auch was den Umgang mit Kollegen angeht. Die Einen sind sehr strukturiert, haben bei jedem Meeting eine Agenda und verschicken Protokolle. Andere scheinen vollkommen unvorbereitet ihr Meeting zu eröffnen, um anschließend munter auf Flipcharts zu malen. Die Einen Kollegen erzählen bereitwillig alles aus ihrem Privatleben, die Anderen sind zurückhaltender und trennen berufliches und privates lieber.

zum Mitnehmen gefällig?

Menschen sind einzigartig, versuche jeden so anzunehmen wie er ist. Wenn du deinen Mitmenschen mit Respekt und Akzeptanz begegnest, werden sie dasselbe auch bei dir tun.

Nun hast du eine Vorstellung davon wie dein erster Tag im neuen Job verlaufen könnte, weißt was du im Büro unbedingt tun und was du lieber vermeiden solltest. Die Relevanz der Wertschätzung gegenüber deinen Mitmenschen ist dir bewusst und du kannst dieses Wissen von Beginn an nutzen, um einen Raketenstart im neuen Job hinzulegen.