Wer aktives Zuhören beherrscht, besitzt eine Gabe, die ihm in vielen Situationen einen Vorteil verschafft. Beim aktiven Zuhören geht es nicht nur darum, was dein Gesprächspartner gesagt hat, sondern insbesondere darum, wie der andere spricht und wie er sich verhält.

Zuhören ist für das gegenseitige Verständnis und für den Aufbau von Beziehungen essentiell. Du hast ein Gespräch mit deinem Chef und hast das Gefühl es läuft irgendwie nicht so rund? Das liegt meistens gar nicht am Gesprächsinhalt , vielmehr ist das fehlende Zuhören auf beiden Seiten das Problem.

Unsere Fähigkeit zuzuhören ist im Zeitalter der modernen Medien immer mehr verloren gegangen. Viel zu oft sind wir abgelenkt oder parallel mit mehren Dingen beschäftigt. Da wird während dem Gespräch mit dem Kollegen mal kurz aufs Handy geschaut oder im Meeting eine Mail geschrieben. Zuhören ist also manchmal nicht ganz so einfach wie man denkt.

Doch aktives Zuhören geht sogar noch ein Stück weiter. Der Zuhörer wird aktiv, in dem er dem Gegenüber widerspiegelt was er gehört und verstanden hat. Dabei werden auch die Emotionen des Gesprächspartner mit reflektiert.

Damit du so schnell und einfach wie möglich zum aktiven Zuhörer wirst, bekommst du hier die wichtigsten 7 Tipps mit auf den Weg:

1. Achte auf die Körpersprache des Anderen

Du solltest genau auf die Körpersprache deine Gesprächspartners achten. Das Gute: Beim Zuhören braucht unser Gehirn nur ca. 25 Prozent seiner Kapazität – du hast also noch genau freie Kapazität, um auf andere Dinge zu achten. Warum Körpersprache so wichtig ist ? Der Großteil der Kommunikation verläuft nonverbal. Wenn du genau auf die Körpersprache achtest, wirst du also Dinge mitbekommen, die dir sonst entgangen wären.

Versuche in deinem nächsten Gespräch die Augenbewegungen deines Gegenübers genau zu beobachten:

Blickt dein Gesprächspartner entspannt nach schräg oben, kann das ein Hinweis dafür sein, dass er nachdenkt. Wenn du diese Pause kurz abwartest, wird dein Gegenüber seinen Ausführungen noch etwas hinzufügen, was für dich von großer Wichtigkeit sein kann.

Blickt dein Gesprächspartner nach schräg unten ist er wahrscheinlich am „Nachsinnen“. Er geht nochmal in sich hinein. Lassen sie ihm diese Denkpause.

Hört dein Gegenüber plötzlich auf zu sprechen und blick dann direkt nach unten, kann das ein Zeichen für Scham sein. Vielleicht hat dein Gesprächspartner den Faden verloren oder sich um Kopf und Kragen geredet. Jetzt kannst du deinem Gesprächspartner helfen, in dem du die unangenehme Pause unterbrichst. Das gibt mich Sicherheit viele Sympathiepunkte.

2. Achte auf deine eigene Körpersprache

Genauso wichtig wie die Körpersprache deines Gesprächspartners ist auch deine eigene Körperhaltung. Gerade wenn du eher zu der Sorte der Ungeduldigen Menschen gehörst. Gerade zum Beginn des aktiven Zuhörens wird dir dein Gehirn ständig zuflüstern „ich will auch reden“. Doch glaub mir, mit einiger Übung wird auch das weniger werden. Du solltest deinem Gegenüber interessiert zuhören, in dem du den Blickkontakt auf deinen Gesprächspartner richtest und dich ihm mit dem Körper zuwendest. Versuche deine Ungeduld nicht zu zeigen, in dem du auf dem Stuhl herumrutschst oder nervös in der Gegend umherschaust. Ansonsten verpasst du vielleicht den spannendsten Gesprächsteil.

3. Ablenkungen vermeiden

Das Telefon klingelt, du willst dir nur kurz eine Notiz machen und das Gespräch am Nachbartisch klingt auch verlockend? Wenn du wirklich aktiv zuhören möchtest, solltest du dafür sorgen solche Störquellen zu vermeiden. Schalte dein Handy aus, schaffe eine ruhige Atmosphäre, mache dir die Notizen erst nach dem Gespräch. Versuchs doch direkt mal bei deinem Partner oder einer guten Freundin. Du wirst merken wie viel diese Kleinigkeiten schon verändern können und wie schnell deine Aufmerksamkeit positiv bei deinem Gegenüber auffällt.

4. Fragen stellen

Beim aktiven Zuhören versuchst du auch zwischen den Zeilen zu lesen und Emotionen aufzufangen. Daher ist es gerade hier wichtig auch Rückfragen zu stellen. Die Fragen helfen dir sicherzugehen, dass du die Gefühle deines Gegenübers richtig aufnimmst und deinem Gegenüber helfen die Fragen, um weitere Gedanken zu formulieren. Daher lohnt es sich, zwischendurch Fragen zu stellen wie etwa: „Du fühlst dich ganz schön unter Druck, oder?“ oder „Du bist enttäuscht, dass dein Chef keine Reaktion gezeigt hat, richtig?“. Natürlich müssen die Fragen nicht immer auf die Emotionen abzielen eine Inhaltliche Frage könnte zum Beispiel sein : “ Du hast von drei Situationen erzählt, die dich besonders beschäftigen. Gibt es da noch eine Situation von der ich wissen sollte?“

5. Rechtfertigung vermeiden

Egal wie gut du das Zuhören schon verinnerlicht hast, es kann immer vorkommen, dass du noch in alte Muster verfällst und Gefahr läufst abzuschalten, sobald das Gespräch in eine Richtung verläuft, die deine Meinung in Frage stellt oder dich persönlich kritisiert. Verschränke nicht die Arme, rechtfertige dich nicht, versuche weiterhin zuzuhören, um den drohenden Konflikt zu entschärfen.

6. Bring Struktur ins Gespräch

Fasse zwischendurch immer mal wieder Zusammen, was dein Gegenüber gesagt hat. das zeigt deinem Gesprächspartner, was du schon verstanden hast und was er nochmal genauer ausführen sollte. Außerdem erzeugt es das Gefühl verstanden worden zu sein. Das hilft damit das Gespräch strukturiert weiterläuft und nicht in einer Endlosschleife aus Wiederholungen mündet.

7. Leg mal ’ne Pause ein

Versuche vor jeder Antwort eine kurze Pause einzulegen. Gib deinem Gesprächspartner damit die Chance noch etwas zu sagen, falls es noch etwas hinzuzufügen gibt. Kleiner Tipp: Zähle im Kopf langsam bis 3 bevor du antwortest. In der Zeit, kannst du deine Gedanken auch nochmal ordnen und dir einen Antwortsatz zurechtlegen.

Du hast Angst, das deine Themen in einem solchen Gespräch zu kurz kommen und du nicht mehr die gewünschte Aufmerksamkeit erhältst? Ich kann dich beruhigen – genau das Gegenteil wird eintreffen. Aktives Zuhören macht dich nicht zum stillen Mäusschen, es trägt dazu bei, dass sich die Kommunikationsqualität generell verbessert. Eine höhere Gesprächsqualität führt dann natürlich auch dazu, dass deine Themen und Ideen besser gehört und aufgenommen werden. Gutes Zuhören ist ein exzellenter Weg, um das Vertrauen und die Sympathie deines Gesprächspartners zu Gewinnen. Alleine durch gutes Zuhören kannst du also die Beziehung zu deinem Kollegen, deinem Chef oder deinen Kunden verbessern.

Jetzt hast du alle Basis Elemente kennengelernt, um mit dem aktiven Zuhören direkt loszulegen. Probiere es einfach immer mal wieder aus, aber gönne dir auch Pausen. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei !