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„Work-Life-Balance“: das klingt für mich als ob man die Arbeit mit etwas Schönem ausgleichen müsste und das Leben erst nach der Arbeit beginnt.

What ? Ich weiß ja nicht wie es bei euch aussieht, aber ich arbeite 8 Stunden am Tag. Wenn ich diese 8 Stunden jeden Tag als Last empfinden würde, die ich danach ausgleichen müsste, wäre das ganz schön traurig.

Ein Job ist ein Job nicht mehr und nicht weniger ? Hahaha was ist das denn bitte für eine Aussage? Mir ist die Hälfte meines Tages doch nicht egal nur weil es mein Job ist.

Ich wünsche mir keinen Job, der mir genügend Urlaub bietet, damit ich meine Work-Life-Balance aufrechterhalten kann. Ich möchte auch keinen Job, der jeden Tag von 9 bis 17 Uhr stattfindet, nur damit ich nach 17 Uhr mein Leben genießen kann.

Ich möchte einen Job, der mir die Möglichkeit eröffnet meine individuellen Bedürfnisse erfüllen zu können. Der mir Spaß macht, mich fordert, für mich Sinn ergibt. Und wenn all diese Kriterien gegeben sind, gibt es auch keinen Grund mehr mich nach einem ausgeglichenen Verhältnis zwischen Arbeit und Leben zu sehnen. Die Arbeit ist dann ein Teil meines Lebens. Nicht der Teil in dem ich 8 Stunden lang gezwungenermaßen etwas tun muss, was ich nicht tun möchte. Sondern der Teil meines Lebens in dem ich Teil eines spannenden Projektes sein darf. Mit wundervollen Menschen zusammen an spannenden Ideen arbeiten kann.

Doch woran liegt es, dass wir diesen Zustand noch nicht erreicht haben?

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und was der Bauer nicht kennt, isst er nicht 😉 ! Aus meiner Sicht muss hier ganz klar ein Umdenken auf der Seite der Arbeitgeber stattfinden.

Warum muss der Arbeitstag 8 Stunden lang sein? Warum gibt es immer noch Unternehmen mit festen Arbeitszeiten, obwohl diese nicht nötig wären? ich spreche hier nicht von den Supermärkten oder Ärzten – keine Frage, hier machen feste Öffnungszeiten und feste Arbeitszeiten total Sinn.

Ich spreche von den vielen Arbeitnehmern im Büro. Warum hier flexible Arbeitszeiten immernoch boykottiert werden ist mir ein Rätsel.

Homeoffice

Homeoffice ist aus meiner Sicht ein ganz wunderbares Werkzeug, was es uns Büroangestellten ermöglicht, von Zuhause aus zu arbeiten und dabei die gleiche Leistung wie im Büro zu bringen. Im Homeoffice entfällt meine Anreise zum Büro, ich spare mir das Gequetsche in der Bahn und den Stau auf der Straße. Dafür starte ich entspannt von Zuhause aus in den Tag. Mein Hund freut sich, mich auch nochmal öfters zu sehen und ich habe das Gefühl meine teure Wohnung auch endlich mal ausnutzen zu können.

Aber auch Homeoffice ist heute immer noch nicht Gang und Gebe.

Warum das so ist ? Ein gravierender Punkt ist mit Sicherheit das fehlende Vertrauen seitens der Arbeitgeber gegenüber den Arbeitnehmern : “ Arbeiten meine Angestellten auch wirklich?“, „Waren meine Angestellten auch wirklich 8 Stunden am Schreibtisch?“.

in mir drängt erneut die Frage: „warum ist die Arbeitszeit eigentlich immer noch ein Kriterium für meine Arbeitsqualität?“

Warum genügt es nicht, die Jobanforderungen zu erfüllen, die eigene Zeit selber so zu Planen, dass alle Aufgaben bearbeitet werden? Auch hier komme ich wieder zu dem Punkt zurück an dem ich feststelle: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Ein Arbeitstag hat nunmal 8 Stunden und das soll auch so bleiben. NEIN! das finde ich nicht.

Corona – auch eine Chance für unsere Arbeitswelt

Ich sehe Corona auch ganz klar als Chance die Dinge nochmal anders zu betrachten. Plötzlich müssen Arbeitnehmer, die vorher kein Homeoffice machen durften von Zuhause aus arbeiten. Plötzlich stellen Arbeitgeber fest, dass Homeoffice doch ganz gut funktioniert. Plötzlich leben wir in einer Welt, in der Arbeit und Privates unter einem Dach stattfinden.

Auf einmal haben Mitarbeiter Gestaltungsmöglichkeiten, die sie so zuvor in ihrem Arbeitsleben nicht kannten. Selbst in der Politik wird erneut über das Homeoffice diskutiert.

Ich wünsche mir, dass wir aus den Vor- und Nachteilen der aktuellen Situation für die Zukunft lernen. Das wir Corona als eine Chance sehen, um Arbeitsbedingungen flexibler zu gestalten. Das wir aus dieser schwierigen Phase gestärkt hervorgehen, weil wir unsere Zukunft neu gestalten können.

Stay positive, Deine Judith